Spanische Höflichkeit ist …

den Gast vor dem leeren Glas sitzen zu lassen.

Tatsächlich könnten Sie hier in Vinaròs mit nur einem Getränk den ganzen Tag unbehelligt in der Bar sitzen bleiben. (Also ausprobiert habe ich es nicht, aber ich habe mir das erklären lassen.)
Spanische Wirte oder Kellner empfinden es als unhöflich, auf den Gast zuzugehen und ihn zu fragen, ob er „noch ein Bierchen oder einen Wein“ haben möchte. Der Spanier empfindet dies als aufdringlich. In Touristengebieten sieht das allerdings schon anders aus

Deshalb: Wer besonders durstig ist und noch einen zweiten Vino oder ein zweites Caña trinken möchte, sollte sich nicht über die Unaufmerksamkeit des Kellners ärgern, (die gar keine ist) sondern muss von sich aus in Aktion treten und bestellen. Üblich ist es allerdings, dass der Kellner, nachdem der Gast gegessen hat, ihn fragt, ob er ein „Postre“ (Dessert) möchte. Das ist ganz normal, man kann als Postre einen Orangensaft oder einen Kaffee oder auch etwas Süßes oder auch gar nichts bestellen. Da ist niemand beleidigt und der Wirt will einem auch nichts aufdrängen, wie wir Deutschen das gerne empfinden.
Ach, im Übrigen ist zu beobachten, dass hier immer öfter zum Cafe solo (also dem normalen kleinen Kaffee, den man bekommt, wenn man nur einen „Cafe“ bestellt) nun Espresso gesagt wird. Wer einen nicht so starken, aber von der Menge her größeren Kaffee ohne Milch möchte, bestellt nach wie vor einen Cafe americano (einen Amerikaner für die Deutschen – immer wieder ein Schenkelklopfer in unserer Bar). Aber ich glaube Cafe con Leche ist das wahre Nationalgetränk hier.

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