Barcelona

Der erste Tag im neuen Leben – einkaufen

Ich möchte natürlich keinen neidisch machen – aber es ist schon ein ganz besonderes Gefühl – insbesondere wenn man zum ersten Mal eine längere Auszeit macht, am ersten Morgen des neuen Lebens aufzuwachen. Oft braucht es ja ein wenig mehr Zeit, bis auch die Seele am Zielort angekommen ist. Aber dieses unglaubliche Gefühl von Freiheit, das Gefühl, sich einfach nach allen Richtungen ausbreiten zu können, werdet ihr sofort spüren und nicht mehr missen wollen.

Selbst Schlafmützen – wie mich – treibt es dann aus dem Bett, um auch ja nichts zu verpassen und um das erste Frühstück natürlich im Freien einzunehmen! Wie gesagt, sitze ich ja gemütlich im sonnigen spanischen Süden und habe da fast das ganze Jahr über leicht reden. Falls ihr irgendwo in der Arktis auszeitelt, wäre es sicherlich ratsam, euren Kaffee drinnen zu schlürfen – obwohl Eiscafe ist ja auch ganz lecker.

In der Regel steht am Anfang des neuen Lebens natürlich erst einmal ein Großeinkauf – es gilt Lebensmittel zu beschaffen und das tun wir Deutschen vorzugsweise in supergroßen günstigen Supergroßmärkten. Allerdings ist es bei dieser ersten Fahrt zum supergroßen Supermarkt in der Regel besser, wenn derjenige, der den besseren Orientierungssinn hat, sich ans Steuer setzt. Oft haben die supergroßen Supermärkte eine sehr verwirrende Straßen- und „Kreisel reiht sich an Kreisel“-Führung, bis man endlich auf dem Parkplatz landet, so dass man durchaus wertvolle Stunden beim Kreisen vergeuden kann.

Irgendwann – auch wenn der Orientierungsdepp der Fahrer ist – ist es aber geschafft: Das Auto steht auf einem großzügigen freien Parkplatz – vorsichtshalber möglichst weit weg vom Eingang, damit auch keiner das Auto beschädigen kann.

In den heiligen, meist ziemlich kühlen Hallen, bleibt einem dann aber – ob der Größe des Marktes – erst einmal die Spucke weg und selbst „Nicht-Gern-Einkäufer“ schlendern neugierig und entspannt durch die unzähligen Gänge. (Ok, vermutlich nicht durch alle). Man atmet das Flair des Südens und irgendwie fühlt man sich auch fast schon wie ein Einheimischer.

Mit der Zeit hat man sich dann doch einen Überblick verschafft, wie der neue künftige mediterrane Speiseplan aussehen könnte, aber auch die Angebotspallette im non food-Bereich ist abgespeichert. Für den Fall der Fälle.

In den fremdländischen Supermärkten ist es anfangs wie im Paradies: Schuhe reihen sich an Taschen, Kleidung an Schmuck, es gibt Sportzubehör, Fahrräder, Grillkohle, Malerzubehör, Wäschespinnen, Mikrowellen und was das tägliche – in diesem Fall spanische – Leben eben so ausmacht.

Selbstverständlich juckt das die Minimalisten unter uns keine fünf Minuten. Ebenfalls selbstverständlich sind sie – rein geldbeuteltechnisch – auch wieder klar im Vorteil. Aber: Wir sind ja im DAUERURLAUB! Genusstechnisch entgeht dieser Spezies doch ein ganz erheblicher Teil.

So ist es unabdingbar, dass der Einkauf im supergroßen Supermarkt auch ein supergroßer wird und man superzufrieden wieder „nach Hause“ fährt – wenn man zurück findet.

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